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Die kritischen Fragen

Diese Seite entstand aus einer Zuschrift. Jemand hat uns vorgeworfen, wir würden uns mit dem Gang in den App Store wieder der Kontrolle ausliefern — und die Verschlüsselung bringe ohnehin nichts, weil auf dem Gerät alles offen liege.

Wir fanden die Fragen gut. Hier stehen sie mit unseren Antworten. Auch die Antwort, die uns nicht schmeichelt.

Die kurze Fassung

Ein Punkt in der Zuschrift war falsch: Wir verschlüsseln nicht nur den Transportweg.

Ein Punkt war richtig: Wer Ihr Gerät übernimmt, liest mit — bei jedem Messenger.

Und ein Punkt war eine gute Frage: Warum überhaupt der App Store? Antwort: Bei Android brauchen Sie ihn nicht.

Warum ist der Messenger im App Store, wenn ihr Unabhängigkeit versprecht?

Weil der Store der Ort ist, an dem Menschen suchen. Eine Ärztin, die einen sicheren Messenger für ihre Praxis braucht, sucht dort — nicht auf einer Downloadseite, die sie nicht kennt.

Für Android brauchen Sie den Store aber nicht. Die App liegt direkt bei uns zum Laden, mit dem Fingerabdruck unserer Signatur zum Nachprüfen. Beim iPhone gibt es diesen Weg nicht: Apple erlaubt kein Installieren aus fremder Quelle, es gibt keinen Schalter dafür. Das ist Apples Entscheidung, nicht unsere — und wir schreiben es lieber hin, als so zu tun, als hätten wir die Wahl.

Zum Nachlesen: App ohne Store laden

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Sieht Apple oder Google meine Nachrichten?

Nein. Ihre Nachrichten werden auf Ihrem Gerät verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder lesbar. Weder Apple noch Google noch wir haben die Schlüssel.

Was der Store tatsächlich sieht: dass Sie eine App gekauft und installiert haben. Das ist auch der Grund, warum es den Weg ohne Store gibt — wem schon diese Angabe zu viel ist, der geht bei Android daran vorbei.

Zum Nachlesen: Technische Maßnahmen

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Verschlüsselt ihr nur den Transportweg?

Nein — und das ist ein wichtiger Unterschied. Transportverschlüsselung schützt die Leitung; beim Anbieter liegt die Nachricht danach offen. Genau das machen wir nicht.

Wir verschlüsseln Ende zu Ende nach dem Matrix-Standard mit Olm und Megolm (m.megolm.v1.aes-sha2), umgesetzt mit dem quelloffenen matrix-rust-sdk — dasselbe in der iPhone-App, in der Android-App und im Browser. Die Schlüssel entstehen auf Ihrem Gerät und verlassen es nicht. Auf unserem Server liegt Zeichensalat, zu dem wir den Schlüssel nie gesehen haben.

Warum das zählt: Eine selbst gebaute Verschlüsselung kann niemand von außen prüfen. Eine offene kann jeder prüfen — auch gegen uns.

Zum Nachlesen: Technische Maßnahmen · Die Methode, nachprüfbar

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Liegen meine Nachrichten auf dem Handy unverschlüsselt?

Teilweise ja. Und wir sagen Ihnen genau, wann.

Ein iPhone ist nicht einfach „verschlüsselt". Es hat vier Zustände:

Deshalb sagen wir nie „niemand kann Ihre Nachrichten lesen". Wir sagen: wir können es nicht. Und wir geben den Rat dazu, der wirklich hilft: Wenn es darauf ankommt, schalten Sie das Gerät aus. Ausgeschaltet ist der stärkste Zustand, und er kostet einen langen Druck auf eine Taste.

Zum Nachlesen: Die vier Zustände Ihres iPhones

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Was ist mit dem Staatstrojaner?

Gegen ein übernommenes Gerät hilft kein Messenger. Auch Signal nicht, auch Threema nicht, auch unserer nicht. Wer auf Ihrem Telefon mitliest, sieht, was Sie sehen — nach dem Entschlüsseln, so wie Sie es lesen. Das ist keine Lücke, die man zubauen kann. Das ist die Grenze der Sache.

Uns ist wichtig, dass dieser Satz hier steht und nicht im Kleingedruckten. Denn daraus folgt, wogegen wir tatsächlich schützen: gegen das, was jeden Tag millionenfach passiert — dass der Anbieter mitliest, dass Metadaten ausgewertet und verkauft werden, dass das Adressbuch abgeglichen wird, dass die Telefonnummer zur Kennung wird.

Ein gezielter staatlicher Angriff auf eine einzelne Person ist ein anderes Bedrohungsmodell. Dagegen hilft kein Messenger, sondern nur ein anderes Gerät — oder gar keins.

Zum Nachlesen: Was wir nicht versprechen

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Kann ein gefälschtes iOS-Update mein Handy übernehmen?

So läuft es in der Praxis nicht. iOS-Updates sind signiert, und die Signatur wird beim Start geprüft. Ein untergeschobenes Update bräuchte Apples geheimen Schlüssel — den hat niemand außer Apple.

Reale Angriffe dieser Größenordnung, etwa Pegasus, gehen einen anderen Weg: über unbekannte Fehler in der Verarbeitung von Bildern und Nachrichten, oft ohne dass der Nutzer etwas antippen muss. Das Risiko ist echt — der beschriebene Weg ist aber nicht der tatsächliche.

Was dagegen hilft, ist unspektakulär: Updates zeitnah installieren, das Gerät regelmäßig neu starten (danach ist wieder der Code nötig, nicht das Gesicht) und im Ernstfall ausschalten. Seit iOS 18.1 startet ein gesperrtes iPhone nach 72 Stunden ohne Entsperren von selbst neu und verschließt sich damit wieder von allein.

Zum Nachlesen: Der Neustart nach Untätigkeit

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Geht es auch ohne Google Play?

Ja. Die Android-App liegt als Datei direkt bei uns. Sie laden sie, tippen sie an, erlauben einmalig „Installieren aus dieser Quelle" — fertig. Kein Google-Konto, keine Zustimmung eines Konzerns.

Weil Google die Datei dann nicht für Sie prüft, veröffentlichen wir den SHA-256-Fingerabdruck unserer Signatur. Wer eine App außerhalb eines Stores lädt, sollte diesen Wert vergleichen können — und bei uns kann er es. Zeigt eine Datei einen anderen Wert, stammt sie nicht von uns.

Das ist kein Schleichweg. Signal bietet seine Android-App seit Jahren genauso an, ausdrücklich für Menschen, die Google meiden wollen.

Zum Nachlesen: App laden und Fingerabdruck prüfen

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Ist der Messenger Open Source?

Der kryptografische Kern ja, unsere Oberfläche nein.

Verschlüsselt wird mit dem quelloffenen matrix-rust-sdk nach dem offenen Matrix-Standard — also mit dem Teil, auf den es ankommt und den jeder prüfen kann, auch gegen uns. Wir haben keine eigene Verschlüsselung erfunden; das wäre der Punkt, an dem man misstrauisch werden müsste.

Die App drumherum — Oberfläche, Verwaltung, Abläufe — ist unser Produkt und proprietär. Wir sagen das lieber deutlich, als es zu verwischen. Wer „Open Source" hört und alles meint, soll nicht enttäuscht werden, wenn er genauer hinsieht.

Zum Nachlesen: Technische Maßnahmen · Lizenzen und Bausteine

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Ist das nicht wieder eine US-Lösung?

Der Server steht in Deutschland, betrieben von der Hetzner Online GmbH. Es gibt keinen US-Konzern in der Leitung.

Was von Apple und Google kommt, ist das Betriebssystem und der Vertriebsweg. Beim iPhone ist das unvermeidbar, solange man ein iPhone benutzen will. Bei Android ist es umgehbar, und wir bieten den Weg an.

Ehrlich bleibt: Ein Argument, das gegen jeden Messenger auf jedem Telefon gleichermaßen spricht, unterscheidet keinen von keinem. Die Frage ist nicht, ob ein Betriebssystem darunter liegt — die Frage ist, wer obendrauf mitliest. Bei uns: niemand.

Zum Nachlesen: Datenschutzerklärung · Woran wir gerade bauen

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Eine Frage haben wir auch

Wir bauen einen Messenger, der nichts an Werbung und nichts an Daten verdient. Er kann nur eines: Geld kosten. Bevor wir einen Preis festschreiben, würden wir gern wissen, was er dir wert wäre — anonym, ohne Anmeldung, in zehn Sekunden.

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Schreiben Sie uns an [email protected]. Wir antworten innerhalb von 72 Stunden — auch auf unbequeme Fragen. Diese Seite ist aus einer entstanden.

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