Wie dein iPhone deine Nachrichten schützt
Ein iPhone ist nicht einfach „verschlüsselt“. Es hat vier Zustände, und sie sind sehr unterschiedlich sicher. Das weiß fast niemand — dabei ist es das Wichtigste, was du über dein Telefon wissen kannst.
Diese Seite erklärt, was wirklich passiert. Auch die Stellen, an denen der Schutz endet. Wir schreiben lieber auf, wo eine Grenze verläuft, als sie zu verschweigen.
Die kurze Antwort
Wir können deine Nachrichten nicht lesen. Sie sind Ende zu Ende verschlüsselt — auf unserem Server liegt nur Buchstabensalat, und den Schlüssel dazu haben wir nie gesehen.
Aber dein Telefon kann sie lesen. Es muss ja, sonst könntest du sie nicht sehen. Deshalb ist die eigentliche Frage nicht „Ist das verschlüsselt?“, sondern: Wann kann dein Telefon entschlüsseln — und wann nicht?
Die vier Zustände
1. Ausgeschaltet — der sicherste Zustand
Wenn dein iPhone aus ist, liegt alles verschlüsselt auf dem Speicher. Die Schlüssel dafür existieren nirgendwo im Gerät, sie entstehen erst wieder, wenn du deinen Code eingibst. Ohne deinen Code kommt niemand an irgendetwas.
2. Gerade hochgefahren, noch nicht entsperrt
Du hast das Telefon eingeschaltet, aber noch keinen Code eingegeben. Fast alles ist noch verschlossen. Unsere App kann in diesem Zustand gar nichts: keine Nachricht empfangen, keine alte Nachricht öffnen, sich nicht einmal anmelden.
Dir fällt das auf: Nach einem Neustart nimmt dein iPhone kein Gesicht und keinen Finger an, sondern nur den Code. Genau das ist der Grund.
3. Einmal entsperrt, jetzt gesperrt — der Alltag
Du hast heute Morgen deinen Code eingegeben, seitdem liegt das Telefon gesperrt in der Tasche. In diesem Zustand ist dein Telefon fast immer.
Und hier ist die ehrliche Stelle: Der Schlüssel für die App-Daten bleibt jetzt im Arbeitsspeicher — auch bei gesperrtem Bildschirm. Das ist Absicht, denn sonst käme keine Nachricht an, solange der Bildschirm aus ist. Ein Messenger, der nur bei entsperrtem Bildschirm funktioniert, ist kein Messenger.
Der Preis: Wer dein laufendes Telefon in die Hände bekommt und die passenden Werkzeuge hat, hat es leichter als bei einem ausgeschalteten. Der Bildschirm ist gesperrt — die Tür ist zu, aber der Schlüssel steckt innen.
4. Entsperrt
Alles offen. Wer dein entsperrtes Telefon in der Hand hält, liest mit — da hilft keine Verschlüsselung der Welt. Deshalb sagen wir nie „niemand kann deine Nachrichten lesen“. Wir sagen: wir können es nicht.
Der Knopf, den kaum jemand kennt
Wenn es einmal wirklich darauf ankommt — an einer Grenze, bei einer Kontrolle, wenn du dein Telefon aus der Hand geben musst: schalte es aus. Damit springt es aus Zustand 3 zurück in Zustand 1, den sichersten. Ein Neustart wirkt genauso: Danach ist wieder dein Code nötig, nicht dein Gesicht.
Ein langer Druck auf eine Taste. Mehr ist es nicht.
Apple hilft dabei mit: Seit iOS 18.1 startet ein gesperrtes iPhone nach 72 Stunden ohne Entsperren von selbst neu. Ein Telefon, das verloren geht oder eingezogen wird, verschließt sich also nach spätestens drei Tagen von allein wieder.
Was unsere App tut
- Dein Zugang liegt in der Schlüsselkette des Geräts, markiert als „nur dieses Gerät“. Er wandert nie in ein iCloud-Backup und nie auf ein anderes Telefon.
- Vor der ersten Codeeingabe nach dem Start ist er nicht lesbar. Die App bleibt dann stumm — das ist kein Fehler, sondern der Schutz.
- Deine Schlüssel entstehen auf deinem Gerät. Wir bekommen sie nicht zu sehen. Deshalb können wir dir auch keinen verlorenen Verlauf zurückgeben — der Wiederherstellungsschlüssel, den wir dir einmal anzeigen, ist deine einzige Sicherung.
- Abmelden räumt auf: Sitzung beim Server beenden, Schlüsselkette leeren, gespeicherte Nachrichten vom Gerät löschen.
Was wir nicht versprechen
- Wir versprechen nicht, dass niemand an ein entsperrtes oder laufendes Telefon herankommt. Das wäre gelogen.
- Wir versprechen nicht, ein künftiges Gesetz auszuhebeln.
- Wir verstecken nicht, was wir sehen: wer wann mit wem schreibt, wie viel Platz du brauchst, und die Namen von Räumen. Inhalte sehen wir nie. Das steht so in der Datenschutzerklärung.
Was als Nächstes kommt
Geplant, noch nicht ausgeliefert — damit hier nichts steht, was es noch nicht gibt.
Die iPhone-App bekommt einen Schutz vor unerwünschten Bildern: Bekommst du ein Bild, das möglicherweise Nacktheit zeigt, erscheint es zuerst unscharf, mit einem Hinweis. Du entscheidest, ob du es ansehen willst.
Diese Prüfung läuft auf deinem Telefon, mit einer Funktion, die Apple selbst dafür mitliefert. Das Ergebnis wird nicht gespeichert, nicht gezählt und geht an niemanden — auch nicht an uns. Wir erfahren nicht einmal, dass sie stattgefunden hat.
Das ist keine Chatkontrolle. Der Unterschied ist wichtig.
Bei der sogenannten Chatkontrolle würde dein Telefon prüfen, was du verschickst, bevor es verschlüsselt wird — und einen Treffer melden. Das ist das Gegenteil von dem, was wir bauen:
- Wir prüfen nur, was bei dir ankommt. Niemals, was du sendest.
- Das Ergebnis verlässt dein Gerät nicht. Es gibt keine Meldung, keine Zählung, keine Statistik.
- Es wird gegen keine fremde Datenbank abgeglichen.
- Du kannst es jederzeit abschalten.
- Es dient dir — nicht einer Behörde und nicht uns.
Kurz: Dein Handy schaut hin, damit du nicht überrascht wirst. Wir nicht — wir können es nicht.
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